Feierabendgebet 20. März 2026
Feierabendgebet 05. Juni 2026
Liebe Schwestern und Brüder,
manchmal lohnt es sich, die Zeit zurückzudrehen – schauen Sie doch gerne mal die Nachrichten der Tagesschau von vor 20 Jahren. Da könnte man zum einen auf die Idee kommen, dass nichts vorangeht. Andererseits könnte es in der gefühlt sich immer schneller drehenden Welt auch ein Kontrapunkt sein. Manche Themen halten sich lange. Da braucht es Ruhe und Geduld, um die großen Themen in der Welt zu lösen. Vielleicht entspannt das auch, denn Probleme in allen Größenordnungen gab es immer. Und neben den Protesten, Nörglern und Wütenden gab es auch immer Menschen mit Hoffnung und Zuversicht auf eine bessere Welt. Zeit für Gebet.
Lieber Gott,
danke, dass du jeden Tag mit uns durch das Leben gehst, uns begleitest und unterstützt. Lass uns deine Nähe immer wieder neu spüren, so dass wir Hoffnung und Zuversicht haben, die Welt neu nach deinem Wort zu gestalten.
Hilf uns, Herr, immer wieder den Kopf zu heben und uns umzusehen, wie gut du alles gemacht hast und wie befreit unser Kopf sein kann, wenn wir uns einen weiten Blick gönnen. Denn in unserer kleinen Welt, in unserer kleinen Blase bleibt alles unvollkommen, kleinteilig und schwierig. Die Lösung liegt in weiten Herzen, offenen Armen und einem liebevollen Blick auf alles und jeden um uns drumherum – so wie du, Herr, es uns lehrst, der du uns immer liebevoll ansiehst.
Und schenke uns Kraft, für andere da zu sein und Unterstützung zu geben, nicht aufzugeben, andere zu heilen, zu pflegen, zuzuhören und Frust zu ertragen, Wut abregnen zu lassen und Tränen zuzulassen, so dass die Sorgen gemeinsam getragen werden und dadurch halb so schwer sind. Weil du uns trägst, können wir tragen. Weil du uns stärkst, sind wir stark.
Segne uns und behüte uns – dein Segen führt zum Frieden. Lass die Waffen schweigen, lass Einsicht walten, dass Gewalt keine Lösung ist, sondern nur der Dialog die Welt besser macht. Mach unsere Hände zu deinen Werkzeugen des Friedens und unsere Füße zu den Wegbereiter für diejenigen, die aufeinander zugehen und sich die Hand reichen möchten.
Und sei bei uns, wenn wir Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten, wenn wir selbst trauern und wir unsere Verstorbenen in deine Gnade geben.
Dir sei Ehre in Ewigkeit.
Amen.
Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir seinen Frieden. Amen.
Prädikant Prof. Dr. Enno Stöver, St. Petrus Kirchengemeinde Hamburg-Heimfeld